Grenzenlos dank EU-Pass – Europaweite Zulassung als Crowdfunding-Dienstleister

Der Entwurf einer europäischen Verordnung | ECSP-VO

Die Masse macht’s. Und wenn die Masse mitmacht, auch nur mit kleinen Beiträgen, kann ganz schön was zusammenkommen. Kein Wunder also, dass sich Crowdfunding | Schwarmfinanzierung bei kleinen und mittleren Unternehmen | KMU in der Start-up-Phase zunehmend als alternative Finanzierungsmöglichkeit gegenüber Bankkrediten etabliert hat. Die Emissionen der KMU, mit denen sie Gelder einwerben, sind ausschließlich onlinebasiert und Anleger beteiligen sich mit vergleichsweise geringen Beträgen. Seit 2015 ist Crowdfunding gesetzlich geregelt: in § 2 a Vermögensanlagengesetz | VermAnlG.

Wer Vermögensanlagen emittiert, muss grundsätzlich einen Prospekt veröffentlichen. Dies ist aufwendig und teuer und gerade für Start-ups oft finanziell nicht zu stemmen. Deshalb gibt es Ausnahmen von der Prospektpflicht, etwa beim Crowdfunding. Diese Ausnahmen sind natürlich an Voraussetzungen geknüpft, z.B. dürfen bestimmte Schwellenwerte bei Emission und Investition nicht überschritten werden und es ist ein sog. Plattformbetreiber nötig. Wird er grenzübergreifend im EU-Raum tätig, sieht EU-Recht eine Regulierung vor. Mit der europäischen Lizenz wäre eine europaweite Geschäftstätigkeit des Plattformbetreibers durch einen sog. EU-Pass möglich. Dies sieht der Entwurf einer Verordnung für Europäische Crowdfunding-Dienstleister für Unternehmen (European Crowdfunding Service Provider) vor | ECSP-VO.

Unser Partner, Dr. Ferdinand Unzicker, gibt in einem Gastbeitrag bei Cash.Online einen Überblick über den Entwurf der ECSP-VO, insbesondere zum Anwendungsbereich und zum Verhältnis europäisches | nationales Recht.

HINWEIS | Am 7. Oktober 2020 wurde die Verordnung (EU) 2020/1503 des Europäischen Parlaments und des Rates über Europäische Schwarmfinanzierungsdienstleister für Unternehmen und zur Änderung der Verordnung (EU) 2017/1129 und der Richtlinie (EU) 2019/1937 verabschiedet. Sie gilt ab dem 10. November 2021.